Bräuche und Sitten
Wussten Sie, dass es die Tradition des weißen Brautkleides noch gar nicht so lange gibt? Erst seit ca. 150 Jahren wird ganz in Weiß geheiratet. Vorher ging man im schwarzen Sonntagskleid vor den Traualtar. Seit 2000 sind aber auch zweifarbige oder einfarbige Kleider ganz groß in Mode. Ob Rot, Rosa, Himmelblau oder Weiß mit Burgund oder Creme mit Cappuccino erlaubt ist was gefällt! Lassen Sie sich einfach von Ihrem Gefühl und Ihren persönlichen Vorlieben leiten.
Angeblich bringen die Pfennige Glück. Wenn die Braut ihre Schuhe selbst
kauft, soll das verhindern, dass sie dem Bräutigam wegläuft.
Bezahlte die Braut ihre Schuhe mit Pfennigen, war das ein Zeichen für
den Bräutigam, dass er eine sparsame Frau zum treuen Weibe bekam. Denn
früher waren viele Leute arm und mussten wirklich Pfennig für Pfennig
beiseite legen, um die Brautausstattung kaufen zu können.
Ein Brauch, dass das Geld in der Ehe nie ausgehen soll.
Ein aus England stammender Brauch hat sich auch in Deutschland zur Tradition entwickelt: Something old, something new, something borrowed and something blue. Danach soll die Braut zu Ihrer Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues bei sich tragen bzw. in Ihre Kleidung integrieren:
- etwas Altes steht für das bisherige Leben der Braut ( z.B. ein altes Schmuckstück)
- etwas Neues symbolisiert das beginnende Eheleben der Braut (z.B. das neue Brautkleid)
- etwas Geliehenes steht für Freundschaft und soll Glück in die Ehe bringen. Die Braut leiht sich hier etwas von einer glücklich verheirateten Freundin, damit sich das Glück auf sie überträgt (z.B. ein besticktes Taschentuch, Handtasche, Reifrock)
- etwas Blaues als Zeichen der Treue (z.B. das blaue Strumpfband)
Dies soll die erste Zerreißprobe für das junge Paar sein. Die Ehe soll stärker sein als alle Hindernisse.
Oder, das Seil soll das Brautpaar nicht aufhalten, sonder die Dämonen, die das Eheglück bedrohen.
Eine alte asiatische Sitte. Sie soll ein Zeichen für Fruchtbarkeit sein, aber auch die bösen Geister besänftigen. Das gilt auch für das Blumen streuen.
Traditionellerweise gibt die Braut ihren Strauß durch einen Wurf über den Rücken an ihre noch unverheirateten weiblichen Gäste weiter. Die Dame, die den Strauß fängt, wird nach altem Glauben als nächste heiraten. Sie würden Ihren Brautstrauß gerne behalten? Dann lassen Sie ihn bei Ihrem Floristen zweimal fertigen. Ein Exemplar können Sie sich dann als Erinnerung aufbewahren.
Die Brautjungfern, die die Braut in die Kirche begleiten, durften früher nur unverheiratete Mädchen sein. Denn die Geister, die der Braut böses wollten, sollten durch die Brautjungfern abgelenkt werden. Deshalb mussten die Brautjungfern früher Kleider tragen, die dem der Braut ähnlich waren.
Die alten Germanen glaubten, dass böse Dämonen in Körperöffnungen eindringen. Damit sie nicht heimlich durch die Nasenlöcher schlüpften, verdeckte die Braut ihr Gesicht mit einem Schleier. Er war zugleich Sinnbild der Jungfräulichkeit.
Ihren Stammplatz hatten die Geister und Dämonen bei den Germanen, so wird es erzählt, scharenweise unter der Schwelle des Hochzeitshauses, um dem jungen Glück zu schaden. Deshalb ganz einfach die Braut über die Türschwelle tragen.
Braut und Bräutigam zersägen nach der Trauung einen Baumstamm als Zeichen für gemeinsames Handeln voller Glück.
Bei den Engländern gibt
es den üppigen "wedding cake", welcher schon in alten Zeiten in drei
Lagen gebacken wurde und bis zum Verzehr drei Monate ruhen musste. Die
erste und oberste Lage bestand aus Zucker, so süß wie die Liebe, die
zweite Lage war aus Marzipan. Hier hatte man unter die süßen Mandeln
ein paar bittere gemischt, was wohl den Brautstand symbolisieren
sollte, und die dritte Schicht war der ´plum cake´, der Rosinenkuchen -
süß, sehr nahrhaft und manchmal auch schwer verdaulich, genauso, wie
man über den Ehestand dachte.
Wer beim gemeinsamen Anschneiden des Hochzeitskuchens die Hand obenauf hat, der soll der Herr im Haus sein für ewig.
Dem Brautpaar wird während der Feier ein Tablett mit zwei Gläsern Wein und dem Hausschlüssel
serviert. Beide müssen zum Glas greifen, trinken und dann den Schlüssel
nehmen. Derjenige, der zuerst den Schlüssel in der Hand hält,
dokumentiert damit symbolisch die Schlüsselgewalt in der Ehe.
Ein
Abschluss der Hochzeitsfeier war früher oft das Schleierabtanzen. Mit
dem Ausklingen der Musik versuchten die unverheirateten Freundinnen der
Braut, ein Stück des Brautschleiers zu bekommen, denn wer das größte
erhielt, würde die nächste Braut sein.
Die gleiche Symbolik kommt dem Fangen des Brautstraußes zu.
Ein netter Brauch ist es, nach der Feier seinen Gästen ein Säckchen mit 5 Zuckermandeln mitzugeben. Dieses kleine Präsent symbolisiert Gesundheit, Wohlstand, Fruchtbarkeit, Glück und ein langes Leben. Dabei verweist die bittere Mandel im süßen Zuckerguss darauf, dass das Brautpaar " in guten wie in schlechten Zeiten " zusammenhalten wird. Deponieren Sie die kleinen Geschenke auf einem gut sichtbaren Tisch mit dem Hinweis "zum Mitnehmen" oder lassen Sie sie von den Blumenkindern oder Brautjungfern verteilen. In einem schmucken Organza-Beutelchen und angehängtem Namensschild sind die kleinen Präsente auch eine großartige Alternative zu Tischkärtchen.
Eheringe versinnbildlichen Verbundenheit
Schleier stellt die Verheißung dar
Enthält der Haarschmuck wie in früheren Zeiten Myrtenblüten, so ist das eine Anspielung auf die Keuschheit