Tipps zum Brautkleider-Kauf

• Timing beim Brautkleider-Kauf:

Der beste Zeitpunkt ist ca. 6 Monate vor der Hochzeit. Wenn Sie zu früh auf die Suche nach Ihrem Traumkleid gehen, werden Ihnen im Laufe der Zeit vielleicht noch schönere Kleider begegnen und Sie so unnötig verunsichern. Wenn Sie zu spät gehen, werden Nachbestellungen immer schwieriger, je weniger Zeit Ihnen bleibt. Der Ablauf ist also in etwa so: Rechnen Sie ca. vier Wochen zum Anprobieren / Vergleichen / Entscheiden. Lieferzeiten bei Nachbestellungen von Brautkleidern können bis zu vier Monate betragen. Weitere vier Wochen vergehen mindestens für Anproben / Abstecken / Änderungsarbeiten. So setzen sich die sechs Monate in etwa zusammen. Lassen Sie sich bei Beratungsgesprächen im Brautmodengeschäft nicht unter Druck setzen. Der Spruch "Sie sind aber spät dran" ist nur allzu oft der sanfte Druck einer geschickten Verkäuferin, als guter Rat im Sinne der Kundin. Vier Monate Lieferzeit sind wohlgemerkt das Maximum. Es geht auch deutlich schneller. Auch eine Änderungsschneiderin arbeitet im Sinne der Kundin. Wenn die Hochzeit nächst Woche ist, wird sie ganz sicher keine zwei Wochen brauchen um die Änderung fertig zu stellen.

• Verlieben Sie sich nicht in Fotos.

Im Hochglanzkatalog oder einer aufwändig gestalteten Internetseite sieht (fast) jedes Brautkleid umwerfend aus. Und gerade online bieten sich zahlreiche Informationsquellen, die Ihnen bei der Suche nach Ihrem Traumkleid sehr hilfreich sein können. Erliegen Sie aber nicht der Schönheit eines einzelnen Brautkleides, das Sie auf einem Foto sehen und setzen sich dieses Kleid als einzig glücklich machende Lösung in den Kopf. Ein Kleid im Prospekt und ein Brautkleid, das Sie anziehen sind zwei verschiedene Welten. Die Praxis lehrt, dass mindestens Dreiviertel aller Bräute (oder mehr), die ein ganz bestimmtes Kleid aus dem Katalog "unbedingt" haben wollen, nach einer Anprobe doch ein anderes Kleid kaufen. Sitz, Passform, Material und der viel zitierte "Typ" sind eben keine frei erfundenen Marketingfloskeln, sondern echte Faktoren, die mit beeinflussen, ob ein Brautkleid, das Ihnen gefällt Ihnen persönlich auch steht.
kurzum: Verlieben Sie sich nur in ein Brautkleid, das Sie im Spiegel sehen.

• Zu viele Köche verderben den Brei!

Mode im Allgemeinen und somit natürlich auch Brautmode hat viel mit Geschmack zu tun. So verwundert es sicher nicht, dass eine Gruppe Begleiterinnen, die zur Unterstützung beim Brautkleider-Kauf gedacht ist mindestens so viele Meinungen hat, wie Personen in der Gruppe sind. Manchmal sogar mehr!
Damit die Auswahl des Brautkleides nicht zu Qual wird, weil 5 Leute mit verschiedenen Meinungen versuchen Sie zu überzeugen welches Kleid Ihrer Meinung nach denn nun "Ihr" Kleid ist, nehmen Sie nicht zu viele Begleiter mit zu Ihren Anproben. Entweder die beste Freundin bzw. Trauzeugin oder Ihre Mutter. Meist reicht das völlig aus. In manchen Fällen sind die Väter nicht nur tapfer genug den Anprobeprozess nervlich zu überstehen, sondern auch wirklich froh, dass Sie dabei sein dürfen. Väter als Begleiter beim Kauf eines Brautkleides sind allerdings immer noch die Ausnahme.
Fragen Sie Ihre Begleiter, ob sie auch gewillt sind den Bräutigam zu begleiten. So haben Sie einen kleinen Einfluss auf den Anzug, den er tragen wird, auch wenn Sie selbst bei seiner Anprobe nicht dabei sein dürfen, was sich in unserer gleichberechtigten Gesellschaft immer mehr durchzusetzten scheint.
Kurzum: Unterstützung hilft, aber übertreiben Sie es nicht.

• Unwort des Jahres: "Vorjahreskollektion"

Anders als bei der schnellen Mode, die heutzutage mindestens monatlich in den Läden wechselt, sind Trends bei Brautkleidern relativ langsam. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass mit Jahreswechsel alle Brautkleider aus dem Vorjahr alt, häßlich und nicht mehr lieferbar sind. Tatsächlich gibt es aber durchaus sehr beliebte Brautkleider, die gerne noch nachbestellt werden, obwohl sie schon seit 5 Jahren oder mehr in der Kollektion des jeweiligen Herstellers enthalten sind.
Tatsächlich passiert also folgendes: Ein Hersteller entwirft eine Kollektion für das Jahr 2009. Viele Kleider dieser Kollektion werden kaum gekauft und daher im Jahr 2010 nicht mehr produziert. Aber eine Reihe der Kleider werden 2010, 2011, vielleicht sogar noch länger weiter produziert, weil sie immer noch gut verkauft werden. Wenn Sie also im Herbst 2011 ein Brautkleid kaufen, dass ein Designer 2008 entworfen hat um es 2009 zu verkaufen, so ist dies immer noch ein aktuelles Kleid. (Und im Falle einer Nachbestellung sogar ein brandneues Kleid.)
kurzum: "Vorjahreskollektion" ist eine Wortschöpfung, die die Realität der Brautmoden-Welt falsch wiederspiegelt.